Auf einem Tisch steht eine Schale mit Oliven in Olivenöl

Ist Olivenöl gesund? Was Du über das Speiseöl wissen solltest

“Flüssiges Gold” wird es auch genannt: Olivenöl. Gesund soll es sein, gut für Verdauung und Herz-Kreislauf-System, für Haut und Haar – aber stimmt das alles? Lies weiter und Du erfährst lauter spannende Fakten rund ums Olivenöl.

Hier einmal kurz die Superkräfte des Olivenöls im Überblick:

  • Heilende Kräfte: Olivenöl senkt das Diabetes-Risiko und stärkt Dein Herz-Kreislauf-System
  • Geschmacksexplosion im Mund: je nach verwendeter Sorte schmeckt das Olivenöl fruchtig oder sogar bitter
  • Lange Lebensdauer: bei richtiger Lagerung kannst Du Dein Olivenöl bis zu zwei Jahre benutzen – vorausgesetzt natürlich, Du brauchst es nicht schon davor auf
  • Abnehm-Gehilfe: Olivenöl kann die Fettverbrennung in Deinem Körper ankurbeln und Heißhungerattacken vorbeugen
  • Vielseitigkeit: Vom Salatdressing bis hin zum Bratenöl kann Olivenöl wirklich alles
  • Wellness für den Körper: Olivenöl mindert nicht nur Falten, sondern pflegt auch Deine Haut und Haare merkbar gesund

Du bist neugierig geworden? Wir erklären Dir die "Wunder" des Olivenöls.

Was ist Natives Olivenöl und was bedeutet kaltgepresst?

In Deutschland gibt es drei verschiedene Güteklassen von Olivenöl im Handel:

  • Natives Olivenöl extra oder Olivenöl extra vergine
  • Natives Olivenöl
  • Olivenöl

Natives Olivenöl extra und natives Olivenöl werden kaltgepresst hergestellt. Das bedeutet, dass die Oliven beim Auspressen nicht über 27 °C erwärmt werden. So bleiben besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe im Öl erhalten. Der Zusatz “extra” heißt außerdem, dass das Öl aus der ersten Pressung der Oliven stammt und nicht mehr als 0,8 % freie Fettsäuren enthält. Dadurch schmeckt es besonders aromatisch.

Olivenöl wird aus einer Karaffe in eine Schale gegossen

Ohne den Zusatz “extra” kann das native Olivenöl bis zu 2 % freie Fettsäuren enthalten und aus der zweiten Pressung der Oliven stammen. Steht lediglich “Olivenöl” auf der Verpackung, besteht das Produkt nur aus einem Teil kaltgepresstem Öl. Der Rest ist raffiniertes Olivenöl, das gereinigt und in der Regel heißgepresst wurde.

Marktcheck: Das Geschäft mit dem Olivenöl

Wie gesund ist Olivenöl? Inhaltsstoffe des Nahrungsmittels

Dass Olivenöl gesund sein soll, hast Du bestimmt schon gehört. Aber warum eigentlich? Vor allem der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren im Olivenöl ist der Gesundheit zuträglich – sie können das Diabetes-Risiko senken, positiv auf das Herz-Kreislauf-System wirken und für einen gesunden Cholesterinspiegel sorgen.

Sekundäre Pflanzenstoffe, die sogenannten Phytosterole (Phytosterine), unterstützen zusätzlich die Herz-Kreislauf-Gesundheit und senken den Anteil des schädlichen LDL-Cholesterins im Blut. In Nativem Olivenöl extra ist überdies ein Stoff namens “Oleocanthal” enthalten, der entzündungshemmend wirken soll. Vorzeitiger Hautalterung kann Olivenöl dank Vitamin E und Provitamin A ebenfalls entgegenwirken.

Manche Menschen schwören darauf, dass Olivenöl seine Wirkung am besten entfaltet, wenn sie das Olivenöl trinken. Insbesondere gegen Verstopfung soll Olivenöl auf diese Weise seine Wirkung im Darm entfalten. Aber auch im Salatdressing oder als kleine aromatische Zugabe zu Speisen und Desserts ist Olivenöl gesund.

Tipp: Am gesündesten ist Natives Olivenöl extra, da es bei der Herstellung nicht erhitzt wurde und aus der ersten Pressung der Oliven stammt. Daher sind und bleiben bei dieser Güteklasse am meisten Nährstoffe ent- und erhalten.

Olivenzweige und eine Flasche Olivenöl auf einem hölzernen Untergrund

Welches Olivenöl ist gut? Und woran erkenne ich gutes Olivenöl?

Ein Blick auf das Etikett kann bereits Hinweise darauf liefern, ob Du ein gutes Olivenöl in der Hand hältst oder ein minderwertiges Produkt. Achte auf den Vermerk “geschützte Ursprungsbezeichnung”. Das bedeutet, dass die Oliven für das Öl, die Verarbeitung und das Abfüllen alle vom selben Ort stammen.

Vergleiche des Weiteren, ob es beim Abfüllort, den Bildern und dem Namen Abweichungen gibt oder ob die Angaben unvollständig sind. Wenn ja, wurde hier möglicherweise gemogelt. Ein Warnzeichen für ein schlechtes Öl ist ein schmutziger Bodensatz. Ein solches Produkt solltest Du lieber nicht kaufen.

Wie muss Olivenöl schmecken? Und warum ist Olivenöl manchmal bitter?

Ob ein Olivenöl wirklich gut ist oder nicht, erkennst Du nicht zuletzt am Geschmack. Besonders aromatisch sind kaltgepresste Olivenöle. Sie schmecken je nach verwendeter Olivensorte fruchtig, grasig, leicht scharf oder auch bitter. Schmeckt Olivenöl bitter, ist das übrigens kein Zeichen schlechter Qualität. Die Ursache für bitteres Olivenöl steckt für gewöhnlich in der verwendeten Olivensorte.

Und welches Olivenöl schmeckt nicht bitter? Olivenöle ohne die Zusätze “Nativ” und “extra” haben meistens ein dezenteres Aroma als rein kaltgepresste Sorten und sind milder im Geschmack.

Eine Olive hängt an einem Ast

Wie lange ist Olivenöl haltbar? Oder anders: Wann ist Olivenöl schlecht?

Die Haltbarkeit von Olivenöl liegt bei geschlossener Verpackung bei mindestens 18 bis 24 Monaten. Und wie lange ist Olivenöl nach dem Öffnen haltbar? Im Prinzip genauso lange, wenn es richtig aufbewahrt wird. Aber wie lagert man Olivenöl am besten? Wichtig ist, das Produkt vor Licht zu schützen. Ein kühler, abgedunkelter Raum – zum Beispiel eine Speisekammer – ist ideal, um Olivenöl lange zu lagern.

Hast Du keine Speisekammer, kannst Du Olivenöl alternativ auch im Kühlschrank aufbewahren. Dort hält sich das Lebensmittel ebenfalls sehr lange. Ideal ist das allerdings nicht. Olivenöl wird bei den niedrigen Temperaturen flockig, teilweise sogar fest. (Mehr dazu liest du hier: ➤Darum solltest Du Olivenöl nicht im Kühlschrank aufbewahren.) Aber keine Sorge: Es ist trotzdem noch gut. Nimm es am besten ein paar Stunden vor der Verwendung aus dem Kühlschrank, damit es wieder flüssig wird.

Schlecht gewordenes Olivenöl erkennst Du schon am Geruch. Es riecht ranzig, säuerlich und ziemlich unangenehm. Dann kannst Du es leider nicht mehr benutzen. Bleibt die Frage: Wie entsorgt man Olivenöl? Verdorbene Speiseöle sind ein Fall für den Restmüll. Bevor Du die Flasche jedoch in der Mülltonne entsorgst, verschließe den Deckel sorgfältig und wickle den Behälter am besten in altes Zeitungspapier. So kann kein Öl austreten. Achtung! Im Abfluss oder in der Toilette hat schlecht gewordenes Speiseöl nichts verloren!

Wie viele Kalorien hat Olivenöl? Kann es beim Abnehmen helfen?

Speiseöl ist reines Fett und daher grundsätzlich sehr kalorienreich. In Zahlen bedeutet das: 100 Gramm Olivenöl haben etwa 900 Kilokalorien. Damit hat ➤Olivenöl sogar mehr Kalorien als Butter. In Anbetracht dessen, dass ein Mensch durchschnittlich rund 2.000 Kilokalorien am Tag verbraucht, ist damit sparsam umzugehen.

Meistens brauchst Du für Salatsoßen, zum Kochen, Braten oder Backen deutlich weniger als 100 Gramm Olivenöl. Und dann sieht die Kalorienbilanz schon besser aus: Ein Teelöffel Olivenöl entspricht zum Beispiel etwa 4 g (36 kcal) und ein Esslöffel Olivenöl sind circa 10 g (90 kcal).

Olivenöl wird außerdem nachgesagt, dass es die Fettverbrennung im Körper ankurbeln könne und den Blutzucker senke. Ein stabiler Blutzuckerspiegel beugt unter anderem Heißhunger vor. Daher kann Olivenöl beim Abnehmen helfen, sofern Du insgesamt auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung setzt.

Vier Brote belegt mit Oliven

Welches Olivenöl eignet sich zum Braten und Kochen?

Zum Braten, Kochen und Backen verwendest Du am besten ein Olivenöl, das zum Teil aus raffiniertem Öl besteht. Du kannst zwar auch natives Olivenöl erhitzen, aber es wäre schade um die vielen wertvollen Bestandteile, die durch die hohe Temperatur zerstört werden.

Es gibt nämlich eine Temperaturgrenze, nicht nur für kaltgepresstes, sondern auch für raffiniertes Öl. Und wie heiß darf Olivenöl nun werden? Bis 190 °C kann Olivenöl für gewöhnlich bedenkenlos erhitzt werden. Dabei gehen zwar Nährstoffe verloren, aber es entstehen keine giftigen Stoffe. Erst darüber hinaus, wenn das Öl anfängt zu qualmen, ist Vorsicht geboten. Vom Frittieren mit Olivenöl solltest Du also Abstand nehmen.

Kann man Olivenöl zur Pflege von Haut und Haaren verwenden?

Die wertvollen Inhaltsstoffe in Nativem Olivenöl extra eignen sich zur äußeren Anwendung. Olivenöl auf der Haut, im Gesicht oder für die Haare gilt als natürliche Pflege, spendet Feuchtigkeit und soll sogar Falten mindern. Gegen trockene, juckende Kopfhaut ist Olivenöl ein tolles Hausmittel.

Aber auch die Hände und Haare zu pflegen ist mit Olivenöl möglich. Massiere zum Beispiel Olivenöl in Dein handtuchtrockenes Haar ein und lass es mindestens eine Stunde einwirken. Danach wäschst Du es einfach mit einem milden Shampoo wieder aus.

Tipp: Für einen noch größeren Pflegeeffekt, kannst Du das Olivenöl auch über Nacht in Deinen Haare einwirken lassen und erst am nächsten Morgen auswaschen.

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