
Wann beginnt die Heizperiode?
Zuletzt aktualisiert am: 2. Oktober 2025
Inhaltsverzeichnis:
Heizperiode: Wann fängt sie an?
Und wenn's außerhalb der Heizperiode kalt ist?
Welche Temperaturen sind während der Heizperiode Pflicht?
Ab wann bzw. warum solltest du heizen?
Ab welcher Außentemperatur ist Heizen sinnvoll?
Wie warm sollte es in welchem Raum sein?
Über die Heizperiode denkt man meist erst dann nach, wenn
- der Himmel draußen plötzlich unfreundlich grau ist,
- das Thermometer keine großen Anstalten mehr macht, die Quecksilbersäule in die Höhe zu schieben, und
- die Zehen ein starkes Interesse an wärmenden Wollsocken anmelden.
Wie du dir ein paar kuschelige Socken stricken kannst, verrät die passende Anleitung. (Du findest sie unter dem Link.) Weniger klar ist allerdings, wann die Heizperiode beginnt und die Heizkörper in deiner Wohnung auch wirklich warm werden, wenn du leicht fröstelnd am Thermostat drehst.
Heizperiode: Wann fängt sie an?
Ein festes Datum gibt es allerdings nicht, zu dem die gerippten Wärmespender an der Wand wieder zum Dienst antreten und dein Zuhause angenehm wärmen müssen: Das Gesetz sieht in Deutschland keinen festen Zeitraum vor, in dem Vermieterinnen oder Vermieter die Heizung aus dem Sommerschlaf wecken müssen.
Völlig beliebig können sie die Heizung aber zum Glück nicht an- und wieder abdrehen. Sofern nichts anderes im Mietvertrag steht, hat sich die Rechtsprechung in Deutschland darauf festgelegt, dass die Heizperiode
spätestens am 1. Oktober
beginnt. Ab diesem Datum muss gesichert sein, dass du dein Zuhause muggelig warm hast und heizen kannst, wenn es dir zu kalt wird.

Wann endet die Heizperiode?
So wenig wie der Beginn der Heizperiode gesetzlich geregelt ist, so wenig ist die Dauer klar. Auch hier können Vermieter aber zum Glück nicht machen, was sie wollen, und dich mit einem Eiszapfen an der Nase frösteln lassen.
Die Rechtsprechung im Bereich Mietrecht in Deutschland hat sich bei der Dauer der Heizperiode auf den Zeitraum
vom 1. Oktober bis zum 30. April
festgelegt. Das Ende der Heizperiode ist somit erst nach Ostern. Bis dahin muss der Vermieter dafür sorgen, dass die Mieterinnen und Mieter die Heizung nutzen können und nicht frieren. (Was das Datum angeht, macht Ostern übrigens, was es will. Die alljährliche Frage "Wann ist Ostern?", ist daher absolut berechtigt.)
Und wenn's außerhalb der Heizperiode kalt ist?
Meint es Petrus mal ganz gemein mit uns und sorgt schon vor der Heizperiode draußen für ungemütliche Kälte, ist Handeln gefragt. Dafür verantwortlich, dass die Heizung auch dann schon arbeiten kann, ist dein Vermieter. Er muss die Heizung so einstellen, dass du es als Mieterin oder Mieter in der Wohnung warm hast.
Gleiches gilt nach der Heizperiode: Gibt es im Mai noch mal frostig-kaltes Wetter (die Eisheiligen sind die klassische Zeit dafür), kommt es darauf an, wie lange das Außen-Thermometer faul im unteren Bereich herumdümpelt: Ist es drinnen, also in deiner Wohnung, länger als zwei Tage kälter als 18 Grad, muss die Heizung noch einmal nachbessern, bevor dann hoffentlich bald der Frühling kommt. Sofort loslegen muss sie, wenn es in der Wohnung kälter ist als 16 Grad.
Welche Temperaturen sind während der Heizperiode Pflicht?
Wie warm oder kalt es draußen ist und wie stark der Wind um die Bäume weht, müssen wir so hinnehmen, wie es kommt. Ggf. können wir mit Mütze und einem warmen Schal für zusätzliche Wärme sorgen, wenn wir vor die Tür müssen.
Drinnen lässt sich im Gegensatz dazu ziemlich genau festlegen, wie warm es im Bad, Wohn- und Schlafzimmer sein soll: Über die Zahlen am Thermostat der Heizung lässt sich das recht exakt steuern.
Ungefähr 20 bis 22 Grad sollten es in deiner Wohnung sein, wenn draußen der Herbst tobt oder der Winter seine Flocken tanzen lässt. Auf diese Temperaturen hast du als Mieter jedenfalls einen Anspruch. Vermieter müssen die Heizung also so einstellen, dass diese Raumtemperatur erreicht werden kann. Nachts müssen mindestens 18 Grad möglich sein. Ist es trotz aufgedrehter Heizung kälter, kannst du ggf. die Miete mindern.

Ab wann bzw. warum solltest du heizen?
Wie warm du es dir dann letztlich in deinem Zuhause machst, ist natürlich dir überlassen. Gar nicht heizen und mit drei Mützen, fünf Schals und vier Paar Socken auf das Ende der Heizperiode warten, solltest du aber auch nicht.
So könntest du natürlich jede Menge Heizkosten sparen, aber das ist nicht ganz ungefährlich. Denn kannst du dich gar nicht fürs Heizen erwärmen und lässt du deine Wohnung bitterkalt auskühlen, bildet sich dadurch schnell Schimmel an der Wand. Und dann drohen sowohl Gesundheitsgefahren als auch Auseinandersetzungen mit dem Vermieter.
Achte also in der kalten Zeit darauf, dass du über den gesamten Zeitraum hinweg ausreichend heizt. Kosten sparen kannst du dabei natürlich trotzdem, und zwar beispielsweise mit Tipps für richtiges Lüften.
Ab welcher Außentemperatur ist Heizen sinnvoll?
Wann du deine Heizkörper andrehen solltest, hängt natürlich vor allem von der Außentemperatur ab. Allerdings nicht nur: Auch die Art des Gebäudes, in dem du zu Hause bist, hat einen Einfluss darauf, wann du die Heizkörper aufwecken und zur Arbeit rufen solltest. Denn je besser der Energiestandard ist, umso langsamer kühlt dein Zuhause aus und umso später musst du heizen.
Diese Außentemperaturen können als ungefähre Richtwerte gelten, ab denen du die Heizung unter dem Fenster anwerfen solltest:
Dein Haus ist ... | Heize ungefähr ab einer Außentemperatur von ... |
|---|---|
... ein unsanierter Altbau | 15 bis 17 Grad |
... ein teils sanierter Altbau | 14 bis 16 Grad |
... nach EnEV* oder WSchV** gebaut | 12 bis 15 Grad |
... ein Niedrigenergiehaus | 10 bis 14 Grad |
... ein Passivhaus | 8 bis 11 Grad |
* Energieeinsparverordnung
** Wärmeschutzverordnung
Wie warm sollte es in welchem Raum sein?
Der eine friert schon bei 20 Grad, die andere findet sogar 18 Grad als Raumtemperatur noch angenehm. Wie warm oder kalt man es gern zu Hause hätte, ist sehr individuell.
Mach es dir so warm, dass du dich wohlfühlst. Um Energiekosten zu sparen und auch die Umwelt zu schonen, lohnt es sich aber, im Winter die dicken Wollsocken und auch den Kuschelpulli anzuziehen. So fühlst du dich auch dann wohl, wenn die Räume nicht auf sommerliche 25 Grad hochgeheizt wurden, sondern eine sinnvolle (und Schimmel vermeidende) Temperatur haben. So kannst du als Mieter Kosten sparen und dich dennoch wohlfühlen.
Diese Raumtemperaturen gelten als grobe Richtwerte:
Raum | Temperatur |
|---|---|
Wohnzimmer | 20 Grad |
Arbeitszimmer | 19 bis 20 Grad |
Kinderzimmer | 20 Grad |
Schlafzimmer | ~18 Grad |
Küche | 18 bis 20 Grad |
Bad | 21 Grad |
Hab einen herrlichen Herbst und wundervollen Winter!




