Schimmel entfernen: Schimmelspray vor einer schimmligen Wand.

Schimmel entfernen: So geht's!

Schimmel entfernen sollte man grundsätzlich. Denn tritt in der Wohnung ein Befall auf, ist dies nicht nur optisch unschön – Schimmel birgt auch ernste gesundheitliche Gefahren. In diesem Ratgeber liest du, was du selbst tun kannst, wann ein Profi ran muss und was überhaupt die Ursachen für Schimmel im Haus sind.

Wie kann ich Schimmel entfernen?

Wie und mit welchem Mittel sich Schimmel entfernen lässt, hängt auch davon ab, wo und aufgrund welcher Ursache er aufgetreten ist. Je nach Ort helfen andere Maßnahmen besser oder schlechter.

Alkohol (Brennspiritus, Isopropylalkohol bzw. Ethanol) gilt als gutes Hausmittel. Mitunter solltest du aber auch zu Schimmelentferner greifen. Mittel mit dem Wirkstoff Benzalkoniumchlorid zerstören die Zellwände des Schimmelpilzes, wirken oft gut gegen einen Befall, sind aber eher teuer. Auch Wasserstoffperoxid (H2O2) wirkt gut gegen Schimmel. Dieses Mittel bekommst du in der Apotheke.

Achte bei der Behandlung darauf, nicht nur die unmittelbar betroffene Stelle bzw. Stellen zu behandeln. Gib das Mittel stattdessen großflächig auf die Wand oder Decke. Etwa einen halben Meter rund um den Schimmelfleck muss die Fläche behandelt werden, damit sich von dort aus nicht weitere (aktuell noch nicht sichtbare) Schimmelsporen ausbreiten.

Sind nicht nur die Wände, sondern auch Stellen deiner Polstermöbel vom Schimmel befallen, weil sie vielleicht nahe am betroffenen Mauerwerk stehen und die Feuchtigkeit anziehen, solltest du das beschädigte Möbelstück entsorgen. Ansonsten breitet sich der Schimmel von den Möbeln her evtl. erneut aus, nachdem du ihn von den Wänden entfernt hast.

Sind Schimmelentferner sinnvoll?

Tests haben ergeben, dass handelsübliche Schimmelentferner fürs Haus in der Regel ihren Zweck erfüllen und tatsächlich den Schimmel beseitigen. Schimmelentferner, welche die Substanz Octylisothiazolinon enthalten, gelten als besonders wirksam bei der Bekämpfung von Schimmel. Sie sind häufig in Kombination mit anderen Bioziden erhältlich.

Damit sich der Schimmel in der Wohnung nach der Behandlung nicht neu bildet, lohnt sich ein Anstrich mit Anti-Schimmel-Farbe oder mit Anti-Schimmel-Zusätzen. Die kannst du der Wandfarbe beimischen.

Was hilft gegen Schimmel in Fugen?

In Silikonfugen frisst sich der Schimmel direkt ins weiche Material. Daher ist es besonders schwer, den Schimmel von dort wieder zu entfernen. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung stellen verfärbte Silikonfugen nicht dar. Willst du die Fuge dennoch ersetzen und damit den Schimmel entfernen, nimmst du für das neue Verfugen am besten Sanitärsilikon. Der enthält Fungizide, also pilztötende Stoffe, und beugt Schimmel vor.

Worauf muss ich beim Entfernen von Schimmel achten?

Schimmelentferner sind Chemikalien. Dementsprechend solltest du unbedingt auf einen ausreichenden Schutz achten. Sorge außerdem während und nach der Behandlung für reichlich frische Luft in der Wohnung. Das gilt auch dann, wenn du zur Entfernung "nur" Alkohol an der Wand verwendest.

Hast du Kinder oder Haustiere, sollten diese während der Schimmelbehandlung am besten nicht zu Hause sein. So sind sie am besten vor den Ausdünstungen geschützt. Du solltest die kleinen Zwei- und Vierbeiner am besten erst dann zurück ins Haus lassen, wenn die Schimmelbehandlung abgeschlossen und dein Zuhause gründlich durchgelüftet ist.

Welche Schutzkleidung brauche ich beim Entfernen von Schimmel?

Zur Entfernung von Schimmel im Haus gibt es reichlich Ratgeber und Tipps. Einer der wichtigsten ist dieser: Trage in jedem Fall Gummihandschuhe und eine Atemmaske. Letztere verhindert zum einen, dass Schimmelsporen bei ihrer Entfernung in deine Lunge gelangen. Zum anderen ist sie ein Schutz gegen die Ausdünstungen des Schimmelentferners. Musst du über Kopf arbeiten, also z. B. Schimmel an der Decke entfernen, solltest du außerdem eine Schutzbrille tragen.

Schimmel entfernen: Frau beseitigt mit Gummihandschuhen und Schwamm Schimmel an der Wand

Wann muss ein Profi den Schimmel entfernen?

Besteht der Schimmel in der Wohnung schon eine ganze Weile oder tritt er nach der Schimmelentfernung erneut an Wand oder Decke auf, solltest du einen Experten hinzuziehen und ihn die Sache einmal ansehen lassen. Das ist auch dann sinnvoll, wenn der Schimmel sich über eine Fläche von mehr als einen halben Quadratmeter erstreckt. Die Schimmelpilze sind dann vermutlich bereits in die Wandoberfläche eingedrungen. Manchmal greifen sie sogar den Putz an.

Eine Behandlung der Oberfläche zeigt dann nur eine kurze Wirkung, die befallenen Schichten müssen daher unbedingt entfernt werden. Dies kann so weit gehen, dass der Putz von der Wand abgetragen und wieder neu aufgebracht werden muss.

Der Spezialist hat dann neben den fachkundigen Tipps und einem Blick für die möglichen Ursachen auch die notwendigen Mittel und Werkzeuge zur Hand, um deine Wohnung dauerhaft vom Schimmel zu befreien. 

Wie kann ich Schimmel erkennen?

Du solltest gewarnt sein, wenn es zu Hause muffig bzw. modrig riecht oder deine Kleidung klamm ist. Ob sichtbar oder nicht – eins ist klar: Du musst den Schimmel beseitigen bzw. auf jeden Fall mithilfe der richtigen Tipps behandeln. Die Sporen bergen gesundheitliche Risiken wie Atemwegserkrankungen, die sich mit andauernder Belastung noch verstärken.

Wie entsteht Schimmel?

Schimmelflecken können überall entstehen, wo es zu wenig Belüftung und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit gibt. Hast du zwar neue, dicht schließende Fenster, aber es fehlt die Wärmedämmung der Außenwand, kann sich Feuchte in Form von Kondenswasser an den Fensterrahmen oder auch Wänden bilden. In diesem Fall solltest du einen weiteren der wichtigsten Tipps beachten und unbedingt richtig heizen und regelmäßig lüften (mehr dazu unten), um Schimmel zu vermeiden.

Wo entsteht Schimmel?

Enthält die Luft zu viel Feuchtigkeit, setzt sich Wasser an den Wänden und vor allem in den Ecken zur Außenwand hin ab. Doch auch alte Wasserschäden, die nicht komplett behoben wurden, können Schimmel hervorrufen. Bei neueren Bauten kann sogar zu viel Feuchtigkeit im Beton während der Bauphase ein möglicher Grund für Schimmelbildung an Wand und Decke sein.

Auch nach dem Duschen kann sich durch die Feuchtigkeit Schimmel bilden. Daher ist eine gute Lüftung im Bad wichtig. Nur so kannst du Schimmel vermeiden. Wenn kein Fenster im Bad vorhanden ist, sollte die restliche Wohnung regelmäßig gut gelüftet werden, um überschüssige Feuchte nach draußen zu lassen.

Schimmel entfernen: Badeente vor Schimmel an der Badewannenwand

Wie kann ich neuem Schimmel vorbeugen?

Es nützt nichts, nur den oberflächlichen Schimmel zu entfernen. Du musst die Ursachen finden und beheben. Nur so kannst du einem erneuten Schimmelbefall vorbeugen.

Ein wichtiger Punkt ist die Luftfeuchtigkeit, die du mit einem Hygrometer messen kannst. Ist die Feuchte zu hoch (mehr dazu liest du unten), solltest du mit regelmäßigem Lüften gegensteuern.

Achte außerdem darauf, die Räume gleichmäßig zu beheizen und deine Wohnung dennoch mehrmals täglich ordentlich durchzulüften, sodass Feuchtigkeit entweichen kann. So schützt du dich nicht nur vor Schimmel, sondern kannst gleichzeitig auch ➤Silberfische bekämpfen. Die fühlen sich in zu feuchter Luft nämlich pudelwohl.

Richtig lüften: So geht's Richtig lüften: Ein Frau öffnet ein Fenster mit der Hand.

Richtig zu lüften ist nicht nur wichtig, damit zu Hause keine "dicke Luft" herrscht. Es ist auch ein entscheidendes Mittel, um Schimmel in der Wohnung zu vermeiden. So solltest du lüften:

  1. Drehe die Heizthermostate herunter.
  2. Öffne alle Fenster deiner Wohnung.
  3. Sichere sie bei starker Zugluft vor dem Zuschlagen.
  4. Lasse die Fenster etwa zehn Minuten lang offen.
  5. Schließe alle Fenster.
  6. Drehe die Heizthermostate wieder auf.

Richtig lüftest du, wenn du ein- bis zweimal täglich alle Fenster für etwa zehn Minuten komplett öffnest. Diese sogenannte Stoßlüftung bewirkt einen Austausch der gesamten Raumluft. Die Feuchte kann entweichen, frische Luft strömt nach. Die Fenster nur zu kippen, bringt kaum etwas, da nur eine sehr geringe Zirkulation stattfindet. Zudem kühlt der Raum so aus, was die ➤Heizkosten erhöht.

Wer richtig lüftet, sorgt hingegen dafür, dass der Raum nicht auskühlt, sondern schnell wieder die ursprüngliche Temperatur erreicht. Dies ist speziell im Winter wichtig, um Schimmel zu vermeiden: Zu große Temperaturschwankungen in den einzelnen Räumen spielen dem Schimmelpilz in die Karten und können Schimmelbefall begünstigen.

Richtig lüften: Welche Luftfeuchtigkeit ist ideal?

Die Menge der Feuchtigkeit in der Luft sollte den maximalen Wert von 50 bis 60 Prozent je nach Jahreszeit nicht überschreiten. Ein Luftfeuchtigkeitsmesser ist oft in Wetterstationen enthalten, ➤die du übrigens auch im Prämienshop findest. Er hilft dir, dies im Blick zu behalten.

Vor allem, wenn du deine Wäsche in der Wohnung zum Trocknen aufhängst, solltest du einen Blick auf die Luftfeuchtigkeit haben, denn diese steigt dann deutlich an. (Damit auch beim Waschen alles rund läuft, hier noch ein Extratipp: ➤Das bedeuten die Waschsymbole.)

Welche Schimmelarten gibt es?

Schimmel entfernen: Die Schimmelarten von schwarz bis grün Im Haus tritt Schimmelbefall verschiedener Art auf. Der eine ist leichter, der andere schwerer zu entdecken. Diese fünf Schimmelarten solltest du kennen:

  1. grüner Schimmel
  2. weißer Schimmel
  3. roter Schimmel
  4. schwarzer Schimmel
  5. gelber Schimmel

1. Grüner Schimmel

Schimmelarten: Grüner Schimmel an einem Brot Grüner Schimmel entsteht besonders häufig an Lebensmitteln und Blumenerde, aber auch an feuchten Wänden und Decken. Er kann bei einem Befall seine Schimmelsporen in der ganzen Wohnung ausbreiten.

Durch grünen Schimmel besonders gefährdet sind Feuchträume wie Bad und Küche, außerdem Fugen und schlecht belüftete Stellen wie unter dem Fußbodenbelag oder hinter Wandverkleidungen.

2. Weißer Schimmel

Ein Schimmelbefall mit weißem Schimmel kommt besonders häufig in Decken- oder Fußbodenecken, in Nischen, hinter Möbeln an Außenwänden und im Keller vor bzw. allgemein in kalten, unbeheizten und feuchten Räumen.

Hinweise auf weißen Schimmel können ein leicht modriger Geruch oder das Auftreten von Kellerasseln, Silberfischchen oder Staubläusen in der Wohnung sein. Sie brauchen ein feuchtes Milieu, um sich wohlzufühlen.

Du hast die kleinen Krabbler bei dir entdeckt? Wie du ➤Silberfische bekämpfen kannst, liest du hier.

3. Roter Schimmel

In Wohnungen stellt insbesondere Papiertapete eine ideale Nahrungsgrundlage für den roten Schimmelpilz dar. Der rote Schimmel tritt dabei häufiger in Bad, WC und Küche auf, da die Nährbodenvoraussetzungen für eine Schimmelbildung dort besser sind als in anderen Wohnräumen.

4. Schwarzschimmel

Die Ursache für Schwarzschimmel ist besonders häufig ein Feuchtigkeitsproblem in oder an der Wand. Mauern, Tapeten, verputzte Wände und Decken sowie Fliesenfugen sind besonders durch Schimmelbildung gefährdet. Und selbst große Temperaturunterschiede sind für den schwarzen Schimmel kein Problem: Er fühlt sich bei Temperaturen von ca. 6° C bis ca. 45° C wohl und breitet sich aus.

Schimmel entfernen: Die Schimmelarten von schwarz bis grün

5. Gelber Schimmel

Gelber Schimmel zeigt sich in Wohnräumen seltener strahlend gelb als vielmehr ockerfarben oder braun. Er tritt vermehrt in feuchten Ecken, an Baumwollstoffen und Polstermöbeln auf.

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