
Creste di Gallo: der Punk unter den Nudeln
Manche Nudeln verhalten sich ganz unauffällig im Nudelregal. Die vornehm-schlichte Spaghetti ist ein gutes Beispiel dafür. Oder auch die Makkaroni, die ihre inneren Werte durch die elegant-einfache Außenseite gekonnt verbirgt.
Und dann gibt es da noch die Nudeln, die einfach machen, was sie wollen, und formtechnisch vollkommen frei drehen. Die Radiatori ist so ein klassischer Fall. Aber auch die Creste di Gallo, die wir heute erst in den Topf und dann auf den Teller geschubst haben, ist so ein Kandidat. Die pfeift nämlich auf all die nudeligen Konventionen und macht einfach ihr Ding.
Genauer gesagt hat sie sich von den vielen, vielen anderen Nudeln kurzerhand jeweils das Beste abgeguckt und so die ideale Form für sich selbst gefunden:
- Die äußeren Rillen und die innere Leere hat sie von der Sedanini,
- die Biegung von der Cavatappi und
- den schicken, gewellten Rand von der Mafaldine.

Perfekter Soßen-Chauffeur
Herausgekommen ist so eine keck gebogene Nudel, die mit ihrem welligen Hahnenkamm fast aussieht wie ein kleiner Pasta-Punk. Die freche Frisur hat ihr übrigens auch ihren Namen gegeben: "Creste die Gallo" ist Italienisch und bedeutet: "Hahnenkämme".
Groß ist die Nudel nicht. Wenn es um den Soßentransport vom Teller über den Löffel in den Mund geht, macht ihr aber so schnell niemand etwas vor. Denn durch all die Rillen, den Hohlraum und den eindrücklichen Irokesenschnitt bietet sie Soßigem jede Menge Fläche zum Festhalten.
Gekocht und herrlich al dente ist diese unkonventionelle Nudel nach etwa acht bis zehn Minuten. Danach ist sie in genau der richtigen Stimmung, um mit einer herzhaften Fleischsoße Bekanntschaft zu machen, einer Pilz-Sahne-Soße Guten Tag zu sagen oder sich mit Fisch oder auch Gemüse anzufreunden. Und wenn es im Sommer heiß auf heiß kommt, macht die kleine Individualistin auch im Nudelsalat eine glänzende Figur!
Probiere die Creste di Gallo am besten selbst einmal aus, sie lohnt sich!




