Leere Pfandflaschen

Pfand: Wie viel gibt es für die Flasche?

Pfand auf Flaschen ist längst Normalität. Und das ist gut so, denn PET- oder Mehrweg-Flaschen können entweder wiederverwendet oder recycelt werden. Durch die Rückgabe werden Ressourcen geschont und die Umwelt freut sich. Alles rund ums Thema Pfand erfährst du hier.

Seit wann gibt es das Pfand?

Die Regelung, dass auf bestimmte Flaschen und Dosen ein Pfand erhoben wird, gilt in Deutschland seit dem 1. Januar 2003. So richtig alt ist das Einwegpfand also noch gar nicht. Beim Mehrwegpfand für Glasflaschen sieht das ganz anders aus. Aber dazu später mehr.

Bis Ende April 2006 war die Pfandsammelei für Verbraucher allerdings noch ganz schön unkomfortabel und warf viele Fragen auf, denn wegen unterschiedlicher Pfandsysteme konnte man nicht alle Flaschen überall zurückgeben.

Seit Mai 2006 müssen nun alle Geschäfte, die pfandpflichtige Einwegverpackungen verkaufen, diese auch wieder zurücknehmen, wenn sie von der gleichen Materialart sind. Eine Ausnahme gibt es lediglich für Geschäfte, die eine Fläche von weniger als 200 Quadratmeter haben. Diese können die Pfandrücknahme für Getränkedosen und Flaschen einschränken und z. B. nur diese Verpackungen zurücknehmen, die sie auch verkaufen.

Warum wurde das Pfand eingeführt?

Der Mensch ist ein träges Tier, ohne Anreiz passiert da manchmal wenig. Das Flaschenpfand wurde deshalb eingeführt, um dem Verbraucher einen Grund zu geben, die Einweg- oder Mehrweg-Flaschen sowie Getränkedosen zurückzubringen. Denn nur so ist es möglich, Ressourcen zu schonen und Umweltverschmutzung zu vermeiden.

Welche Getränke haben Pfand?

Pfand: Jemand nimmt eine Flasche Wasser aus dem Regal

Als das Einwegpfand 2003 im Sinne der Umwelt eingeführt wurde, wurde festgelegt, dass es für all jene Flaschen und Dosen gilt, deren Mehrweganteil in Prozent geringer ist als es 1991 der Fall gewesen war. Pfandpflichtig wurden dadurch

  • Bier,
  • Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure sowie
  • Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure.

Pfandfrei blieben hingegen Verpackungen, in denen

  • Milch,
  • kohlensäurefreie Getränke,
  • Wein,
  • Sekt und
  • Spirituosen

verkauft wurden.

Die etwas absurde Folge aus dieser Regelung war, dass die Verpackung wie beispielsweise Getränkedosen für Biermischgetränke pfandpflichtig wurde, die für Mischungen mit Spirituosen wie beispielsweise Wodka-Lemon hingegen nicht. Man durfte sich völlig zu Recht fragen, was das soll.

Dieser Umstand wurde jedoch zum 1. Januar 2019 behoben, als die Pfandpflicht ausgeweitet wurde. Seit dem Stichtag sind laut Verpackungsgesetz (VerpackG) auch

  • Frucht- oder Gemüsenektare mit Kohlensäure sowie
  • Alkopops in Einwegflaschen

pfandpflichtig. Alkoholische Mischgetränke mit einem Alkoholgehalt von mind. 15 Prozent bleiben jedoch auch weiterhin pfandfrei. Gleiches gilt für Flaschen mit einem Inhalt von mehr als drei Litern oder weniger als 100 ml: Diese sind ebenso von der Pfandpflicht ausgenommen.

Warum ist kein Pfand auf Saftflaschen z. B. von Granini?

Saftflaschen aus PET sind aus zwei Gründen von der Pfandpflicht ausgenommen: 

  1. Sie enthalten kohlensäurefreie Getränke, sodass auf sie gemäß Verpackungsgesetz kein Pfand erhoben wird.
  2. Einige PET-Flaschen, in denen Getränke wie Säfte verkauft werden, sind mit einer zusätzlichen Sperrschicht ausgestattet. Deshalb könnten sie nicht problemlos mit den anderen PET-Flaschen recycelt werden. Saftflaschen z. B. von Granini gehören daher in die Wertstoffsammlung, also den gelben Sack für Verpackungen mit dem ➤grünen Punkt.

Welche Pfandarten gibt es in Deutschland?

In Deutschland wird laut Recht zwischen dem Einweg- und dem Mehrwegpfand unterschieden. Die Namen verraten schon, worin sich die beiden unterscheiden:

  • Beim Einwegpfand werden Getränkeflaschen bzw. Dosen eingesammelt, die nur ein einziges Mal verwendet werden,
  • beim Mehrwegpfand kommen die Behältnisse mehrfach zum Einsatz.

Warum gibt es das Einwegpfand?

Dass nur einmal benutzte Behältnisse nicht gut für die Umwelt sind, ist nicht neu. Um zu vermeiden, dass sie in der Natur oder dem Restmüll landen, wurde mit dem Verpackungsgesetz ein Anreiz für Verbraucher geschaffen, die Getränkeflaschen wieder zurück zum Verkaufsort zu bringen. Durch die Rücknahme können diese Verpackungen aus dem Einweg dann dem Recycling zugeführt werden.

Mehrwegpfand: Rücknahme zur Wiederbefüllung

Das Mehrwegpfand ist in Deutschland nicht gesetzlich geregelt. Dass auf die Flaschen, die mehrfach befüllt werden können (Glasflaschen etwa 50-mal, PET-Flaschen etwa 25-mal), ein Pfand erhoben wird, ist somit eine freiwillige Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer.

Die Händler erheben dieses Pfand, um möglichst viele ihrer Verpackungen zurückzubekommen, denn die neuerliche Herstellung wäre bedeutend teurer als der Aufwand, der für das Zurückholen der Mehrweg-Flaschen per Pfand entsteht.

Pfand: Bringt das was?

Wie erkenne ich Pfandflaschen?

Ob es für leere Flaschen oder Getränkedosen Geld gibt oder nicht, lässt sich auf verschiedenen Wegen feststellen. Immer sinnvoll ist ein Blick auf den Inhalt, der vorher darin war, denn anhand der Getränkeart kann der Verbraucher festmachen, ob darauf Pfand erhoben wird oder nicht (s. o.). 

Ist man unsicher, helfen diese Tipps:

Einweg-Pfandflaschen erkennen

Getränkeverpackungen, die nur einmal verwendet werden, müssen deutlich erkennbar und an leicht sichtbarer Stelle einen Hinweis auf die Pfandpflicht haben. Dies kann entweder der schriftliche Hinweis "Einwegpfand", "Pfandflasche" oder das Pfandzeichen der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG) sein.

Mehrweg-Flaschen erkennen

Glasflaschen sind in der Regel Mehrwegverpackungen und mit dem Hinweis "Pfandflasche", "Mehrweg", "Mehrweg-Flasche" oder "Leihflasche" versehen. Eine einheitliche gesetzliche Kennzeichnung ist bislang nicht vorgesehen, sodass man hier genau hinschauen muss, um zu erkennen ob es sich um Einweg handelt oder eine Rücknahme angeboten wird.

Das Pfandsiegel der DPG

Wie viel Pfand ist auf der Flasche?

Wie viel Geld beim Verkauf auf die Dose oder Flasche aufgeschlagen wird, hängt von der Art der Flasche bzw. Verpackung ab, ob es sich um Einweg oder Mehrweg handelt und auch vom Inhalt. So viel Pfand ist auf die verschiedenen Verpackungen zu zahlen:

FlascheHöhe des Pfands

Einwegflaschen (Glas und PET)

25 Cent

Einwegdosen

25 Cent

Mehrwegbierflasche (Glas)

8 Cent

Mehrwegbierflasche (Glas mit Bügelverschluss)       

15 Cent

Mehrwegwasserflasche (Glas oder PET)

15 Cent

Mehrwegflasche für Saft und Softdrinks

15 Cent

Säfte, Milchprodukte, Alkoholika in Flaschen

kein Pfand


Sonderfälle sind z. B. Joghurtgläser oder auch Bierfässer. Während auf die Joghurtgläser meist 15 Cent Pfand zu zahlen ist, entfallen auf ein Bierfass, also ein sog. "Keg", in der Regel 50 Euro Pfand.

Warum ist auf Bügelverschluss-Flaschen mehr Pfand?

Wie hoch das Flaschenpfand ist, richtet sich bei Mehrweg-Flaschen auch danach, wie aufwendig das Getränkebehältnis zu produzieren ist. "Normale" Glasflaschen für Bier mit Kronkorken sind weniger aufwendig und daher günstiger in der Produktion als eine Flasche mit Bügelverschluss. Dieser Unterschied in den Produktionskosten spiegelt sich auch in der Höhe des Pfands wider.

Wie viel Pfand hat ein Kasten Bier?

Wie viel Geld in Form von Flaschenpfand in Kästen mit leeren Bierflaschen steckt, hängt davon ab, um welche Art von Kasten und welche Art von Bierflasche es sich handelt. Diejenigen mit Kronkorken sind im deutschen Pfandsystem 8 Cent wert, für die mit Bügelverschluss bekommt man 15 Cent zurück. Für den Kasten sind in der Regel 1,50 Euro an Pfand zu zahlen.

Geht man also von Kästen mit 20 Bierflaschen aus, ergibt sich daraus ein Pfandwert von 20x0,08 Euro=1,60 Euro zzgl. des Pfands für den Kasten an sich (1,50 Euro). Ein Kasten Bier hat also einen Pfandwert in Höhe von 3,10 Euro.

Übrigens: Wenn das letzte Bier schlecht war, gönne dir einen Rollmops. Denn der hilft perfekt gegen Kater. ➤Warum der Rollmops das kann, liest du hier.

Wie viel Pfand hat ein leerer Kasten?

Auch auf leere Getränkekästen muss Pfand gezahlt werden, da auch diese wiederverwendet werden sollen und in der Herstellung sowohl Geld kosten als auch Ressourcen verbrauchen. Für einen 20er-Kasten wird in der Regel ein sog. "Rahmenpfand" in Höhe von 1,50 Euro erhoben. Für einen "halben Kasten", also einen, in den nur zehn Einheiten passen, werden auch nur 50 Prozent des Pfands fällig: 75 Cent.

Kastengröße
(Anzahl Flaschen)       
Höhe des Pfands
10 

0,75 Euro

20      

1,50 Euro

24     

1,50 Euro


Pfand: Wer muss was annehmen bzw. zurücknehmen?

Jemand hält leere Pfandflaschen in der Hand

Muss jeder Händler alle Pfandflaschen annehmen? Die Antwort ist im Verpackungsgesetz festgehalten: Nein. Dennoch muss der Händler in einigen Fällen auch Verpackungen aus Glas oder PET annehmen, die er selbst gar nicht vertreibt. Allerdings muss man dabei zwischen Einweg und Mehrweg unterscheiden.

Einwegflaschen: Wer muss sie zurücknehmen?

Verkaufsstellen sind nur verpflichtet, diejenigen Einwegflaschen zurückzunehmen und das entsprechende Pfand auszuzahlen, die sie auch selbst im Sortiment führen. Hierbei kommt es auf die Flaschenart an, nicht auf die Marke.

Bietet dein Supermarkt oder Discounter also z. B. Wasser in Einweg-PET-Flaschen an, muss er diese auch dann zurücknehmen, wenn sie gar nicht bei ihm gekauft wurden. Entscheidend ist hier allein das Material, nicht der Inhalt.

Wichtig ist jedoch: Ist die Ladenfläche wie bereits oben erwähnt kleiner als 200 Quadratmeter, muss der Händler allein die Flaschen zurücknehmen, die er auch selbst verkauft.

Mehrweg-Flaschen: Wer muss sie zurücknehmen?

Bei Mehrweg-Flaschen sieht es etwas anders aus. Hier ist nicht das Material ausschlaggebend, sondern die Marke. Da Hersteller z. T. recht unterschiedliche Flaschenformen entwerfen und diese wiederum nur in die markenspezifischen Kästen passen, wäre es Händlern sonst nicht möglich, sie sinnvoll der weiteren Verwendung zuzuführen. Verkaufsstellen müssen deshalb lediglich diejenigen Mehrweg-Flaschen annehmen, die sie auch im Sortiment führen.

Wie viel Pfand darf man abgeben?

Jemand hält einen Karton mit leeren Pfandflaschen

Sammeln sich bei dir die Pfandflaschen auch immer etwas länger? Dann bist du vielleicht einer von jenen Menschen, die man am Pfandautomaten nicht vor sich haben möchte, weil sie so viel Leergut dabei haben. Aber gibt es eine Grenze, wie viele Pfandflaschen man auf einmal abgeben darf?

Rechtsverbindlich geregelt ist es nicht, allerdings hat die Geschäftsführung das Hausrecht und kann deshalb eine Obergrenze definieren. Oft ist dann von "haushaltsüblichen Mengen" die Rede. Was dies genau bedeutet, ist dann jedoch wieder Auslegungssache.

Aus Rücksichtnahme auf die anderen Kunden und um Konflikte zu vermeiden, solltest du deshalb idealerweise nicht mit mehreren Säcken voller Dosen, Mehrweg- und PET-Flaschen am Samstag zur Flaschenrückgabe spazieren, sondern regelmäßig kleinere Mengen zurückbringen.

Und solltest du einmal hinter so jemandem stehen, spare wenigstens später an der Kasse Zeit: ➤So erkennst du die schnellste Supermarktschlange.

Was bedeutet "Pfand gehört daneben"?

An einigen Altglas-Containern und auch Abfalleimern findet man den Hinweis "Pfand gehört daneben". Dieser soll Mehrweg-Flaschen davor schützen, in die Tonne zu geraten. Denn dort geht die Flasche meist nicht nur kaputt, sie kann außerdem nicht zurück zum Händler gelangen, wo sie erneut befüllt und dem Mehrweg zugeführt wird. 

Um Ressourcen zu schonen, sollten Pfandflaschen deshalb nicht im Abfall landen, sondern - wenn man sie schon nicht wieder mit nach Hause nimmt - neben die Tonne oder den Container gestellt werden, sodass sie ggf. von jemand anderem mitgenommen und zurückgegeben werden können.

Wie viel Pfand ist auf einer Gasflasche?

Vor allem im Sommer kommen beim Grillen Gasflaschen zum Einsatz. Auch auf diese muss Pfand gezahlt werden. Allerdings kommt es auch hier darauf an, um welche Art von Flasche es sich handelt. Ein Blick auf die Farbe lohnt sich genauso wie auf die Größe.

Farbe der Gasflasche   Pfand

grün/blau/rot

ja

rot

ja

grau

nein

Für die grauen Gasflaschen musst du zwar auch eine zusätzliche Summe beim Kauf zahlen, diese ist allerdings kein Pfand, sondern eine Nutzungsgebühr. Diese bekommst du also nicht zurück, wenn du die Flasche zurückgibst. Allerdings erhältst du für diese Gebühr auch eine Leistung: Die Wartung und Prüfung der Flasche kostet dich so nämlich nichts.

Für die grünen, blauen und roten Gasflaschen musst du ein Pfand zahlen, das du bei der Rückgabe erstattet bekommst. Die genaue Höhe ist nicht festgelegt und variiert daher von Verkaufsstelle zu Verkaufsstelle, sodass du idealerweise danach fragen solltest. Ungefähr kannst du jedoch mit diesen Beträgen rechnen:

Größe der Gasflasche   Höhe des Pfands

klein (5 kg)

ca. 30 Euro

mittel (11 kg)

ca. 35 Euro

groß (33 kg)

ca. 60 Euro

Zwei blaue Gasflaschen mit Pfand

Das oder der Pfand?

Zu guter Letzt wollen wir noch flink eine Frage beantworten, die sich viele Menschen immer wieder stellen: Heißt es das Pfand oder der Pfand? Korrekt ist in Deutschland allein das Pfand. Und die Mehrzahl (der Plural) klingt zwar komisch, lautet aber die Pfänder oder die Pfande.

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