
Nanu? Was steht auf dem Schuh?
Du dachtest, Schuhe kauft man einfach so? Klar geht das.
Bevor die schicken Schuhe allerdings bei unseren Partnern im Regal stehen, müssen sie sich mit manchem Gesetz herumschlagen und bekommen dann auch noch den einen oder anderen Stempel aufgedrückt.
Denn in § 10a der unendlich sperrig benannten Bedarfsgegenständeverordnung ist genau festgehalten, welche Hinweise auf Schuhen angebracht sein müssen. Und das ist weit mehr als nur die Größe!
Was so umständlich klingt, hat für dich einen großen Vorteil: Aufgrund der EU-weiten Kennzeichnungspflicht weißt du nämlich nach einem genauen Blick in den Schuh ganz genau, woraus er bzw. seine einzelnen Bestandteile gemacht wurden.
Dafür sind zwei Hinweise im oder am Schuh angebracht: einer, der dir verrät, um welchen Bereich des Schuhs es sich dreht. Und dann ist da noch einer, der die wesentliche Information zum Material liefert.
Welcher Bereich des Schuhs ist gemeint?
Achte beim Kauf deiner neuen Lieblingsschuhe einmal auf diese Zeichen:

Der kleine Pfeil verrät es schon: Hier geht es um das Obermaterial, also um die äußere Hülle des Schuhs.

Ab nach drinnen: Mit „Futter“ und „Decksohle“ ist das Material im Inneren des Schuhs oben und unten gemeint.

Die Laufsohle macht die eigentliche Arbeit: Sie kommt direkt mit dem Boden in Kontakt. Hinter oder neben diesem Bild steht ein Hinweis auf das Material der Sohle.
Material der Schuhe
Weißt du, um welchen Teil des Schuhs es geht, musst du nur noch die anderen Piktogramme oder schriftlichen Hinweise finden, die dir verraten, woraus der jeweilige Bereich des Schuhs gemacht ist.
Hier gilt: Es wird das Material angegeben, das mindestens 80 % der Fläche und des Volumens ausmacht. Erreicht kein Material diese Grenze, müssen die beiden Stoffe angegeben werden, die den größten Anteil am Schuh haben.
Schau doch mal, ob du diese Zeichen entdeckst:

Dieses Zeichen bedeutet, dass der Schuh aus Fellen oder Häuten von Tieren gemacht wurde. Ist außerdem Farbe oder eine Folie auf dem Schuh, darf sie nicht dicker als 0,15 mm sein, denn sonst wird das nächste Zeichen benötigt.

Ist Farbe oder eine Folie auf dem Schuh, die dicker als 0,15 mm ist, gilt der Schuh als aus beschichtetem Leder gemacht. Und hier kommen sogar noch mehr Zahlen ins Spiel: Ist z. B. die Farbe so dick, dass sie mehr als ein Drittel der Gesamtstärke des Materials ausmacht, spricht man von Kunstleder.

Das Symbol mit den vielen kleinen Balken verrät dir, dass dieser Schuh nicht hauptsächlich oder u. U. auch gar nicht aus Leder hergestellt wurde. Er besteht stattdessen aus natürlichen oder synthetisch hergestellten Textilien.

Passt ein Material in keine der oben genannten Gruppen, findest du die auf der Spitze stehende Raute am Schuh. Dann ist der Treter beispielsweise aus Gummi oder auch Kunststoff hergestellt worden.




