
Kennst du noch: Fotoapparate mit Film?
Weißt du noch, damals? Als man vor einem Urlaub Filmrollen für den Fotoapparat gekauft hat? Die gab es mal mit 24, mal mit 24+3 und mal mit 36 möglichen Aufnahmen.
Es war die Zeit, in der man noch nicht mit dem Smartphone überall und jederzeit unzählige Schnappschüsse knipsen konnte. Stattdessen wusste man, dass in den zwei oder drei Wochen Urlaub nur eine ganz bestimmte Anzahl an Bildern möglich war. War der Film voll, war auch besser der Urlaub zu Ende.
Knipsen oder nicht knipsen: Das war die Frage
So beschränkend einem das heute vorkommen mag – es hatte auch etwas Entschleunigendes. Schließlich musste man damals noch überlegen, ob ein Moment oder Motiv es wirklich wert war, dafür einen Platz auf dem Fotofilm zu verwenden.
Vermutlich hatte man dadurch noch einen Blick dafür, was bemerkenswert oder beeindruckend genug ist, um im Bild festgehalten zu werden. Und da man nicht ständig mit Fotografieren beschäftigt war, ließen sich diese Momente wohl auch besser im Herzen festhalten.

Schluss mit Romantik
Schiebt man diese romantischen Gedanken einmal beiseite, kommt eine ganz andere Erinnerung zurück: Denn damals hatte man eigentlich immer eines der folgenden Probleme.
Problem 1: Der Film ist voll
So sorglos wir jetzt bei jeder Gelegenheit *Knips* hier ein Bild machen und *Knips* dort ein Foto schießen, so ärgerlich war es damals, wenn der Film schon voll war! Dann blieb nämlich ausgerechnet für das vermeintlich beste Foto am letzten Urlaubstag kein Platz mehr auf der Rolle!
Noch schlimmer war da eigentlich nur, die Bilder vom Entwickeln abzuholen und festzustellen, dass von den 36 Fotos gerade einmal zwölf scharf sind. Schließlich gab es damals keine Möglichkeit, misslungene Aufnahmen vorab zu sichten und wieder zu löschen. Hatte sich der Finger einmal entschlossen auf den Auslöser gesenkt, war eine Aufnahme verbraucht.
Problem 2: Der Film ist nicht voll
Ähnlich lästig war das entgegengesetzte Problem, wenn der Urlaub zu Ende, der Film aber noch nicht voll war. Oder wenn Tante Inge im März Geburtstag hatte, Onkel Klaus aber erst im Juli. Was machte man dann mit dem angefangenen Film im Fotoapparat?
Gab man ihn ab? Das wäre Verschwendung! Oder knipste man wahllos irgendetwas, um den Film vollzubekommen und nicht endlos auf die Bilder der ersten Familienfeier warten zu müssen? Auch das wäre Quatsch ... dann hätte man ja neben den wichtigen Fotos auch irgendwelche Bilder gemacht, ... die eigentlich niemand braucht ... und sich auch nie wieder ansieht ... fast so ... wie heute.




