
Warum kann man den Mond auch am Tag sehen?
Am Tag scheint die Sonne und in der Nacht "leuchtet" der Mond vor sich hin. So lernt man es als Kind und so nimmt man es ins Erwachsenenalter mit. Schaut man an einem wolkenlosen Tag aber mal in Richtung Himmel, ist dort gar nicht selten zusätzlich zur Sonne auch der Mond zu sehen.
Aber Moment mal! Hat er nicht auch ein Recht auf Feierabend? Gibt es keine Arbeitszeitgesetze, die für Planeten bzw. Satelliten gelten?! Vielleicht ist der Mond einfach nur ein Workaholic – oder er kann gar nichts dafür, dass er so häufig zu sehen ist.
Wie Sonne und Mond? Ha, von wegen!
Ob wir den Mond sehen oder nicht, hat erst einmal herzlich wenig mit Tag und Nacht zu tun. Um zu verstehen, warum wir ihn auch am Tag sehen, muss man kurz ausholen:
Alle drehen frei
Die Erde dreht sich um die Sonne und um sich selbst. Das Gleiche macht der Mond mit der Erde: Er rotiert um sie herum und zusätzlich um die eigene Achse. Deshalb geht der Mond genauso auf und unter wie die Sonne. Dabei leuchtet er allerdings nicht selbst, sondern wird von der Sonne angestrahlt.
Um die Erde einmal komplett zu umrunden, braucht der Mond etwas mehr als 27 Tage. Dabei wird er je nach eigener Position unterschiedlich von der Sonne beschienen. Das ist entscheidend dafür, ob wir ihn als Vollmond, als Halbmond oder gar nicht sehen. (Im Video unten ist das gut erklärt.)
Tagsüber nur halbe Sachen
Liegt der Mond genau zwischen Sonne und Erde (Reihenfolge: Sonne – Mond – Erde), sehen wir ihn gar nicht, da die Sonne nur die uns abgewandte Seite bescheint.
Liegt er genau auf einer Linie mit Erde und Sonne (Reihenfolge: Sonne – Erde – Mond), können wir einen kugelrunden Vollmond bestaunen. Die Erde schirmt die Strahlen nicht von ihrem treuen Satelliten ab: Sie liegt zwar auf der gleichen Achse, der Mond steht jedoch meist leicht in der Höhe versetzt davon. (Nur bei der Mondfinsternis ist das anders.) Diesen Vollmond sehen wir ausschließlich bei Nacht, denn: Er liegt genau auf der Seite der Erde, die nicht von der Sonne beschienen wird.
Sobald der kleine Himmelskörper aber seine Reise fortsetzt, ist er – wenn auch nicht mehr ganz rund – zeitweise tagsüber sichtbar. Er macht am Tag also grundsätzlich nur halbe Sachen. Auf seinem weiteren Weg nimmt er ab, bis er nur noch als dünne Sichel sichtbar ist. Nach der Neumondphase nimmt er wieder zu und ist (wenn auch nicht in ganzer Fülle) weiterhin auch tagsüber sichtbar.
Im Video oben siehst du vereinfacht dargestellt, warum wir den Mond gar nicht so selten auch am Tag sehen können.




