DETAILS ZUM PROJEKT
Glueckstage: Therap. Erholung f. Kinder u. Muetter
Veröffentlicht 09.04.2008
WAS BENöTIGT WIRD
12 Unterkunft fuer ein Kind
noch benötigt:
21,400 °P
Veröffentlicht am:
26.07.2010
Unterkunft und Verpflegung
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
09.04.2008
12 Therap.-paedagogisches Material
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
09.04.2008
Fahrtkosten von Gorazde nach Neum
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
09.04.2008
therapeutisch-paedagogische Arbeit
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
09.04.2008
12 Materialien fuer Fotoworkshop
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.04.2008
10 Ausfluege und Unternehmungen
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.04.2008
10 Ausfluege und Unternehmungen
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
22.04.2008
10 Ausfluege und Unternehmungen
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
29.04.2008
10 Ausfluege und Unternehmungen
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
04.05.2008
10 Ausfluege und Unternehmungen
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
13.05.2008
10 Ausfluege und Unternehmungen
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
13.05.2008
10 Activities and excursions with children
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
13.05.2008
Higher travel-costs to Neum
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
13.06.2008
12 Unterkunft fuer ein Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
06.09.2008
12 Vollverpflegung fuer ein Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
06.09.2008
Fahrtkosten fuer ein Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
06.09.2008
12 Unterkunft fuer eine Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
06.09.2008
12 Vollverpflegung fuer eine Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
06.09.2008
Fahrtkosten fuer eine Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
06.09.2008
12 Unterkunft fuer ein zweites Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.10.2008
12 Vollverpflegung fuer ein zweites Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.10.2008
Fahrtkosten fuer ein zweites Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.10.2008
12 Unterkunft fuer eine zweite Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.10.2008
12 Vollverpflegung fuer eine zweite Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.10.2008
Fahrtkosten fuer eine zweite Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.10.2008
Fahrtkosten fuer ein drittes Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
08.01.2009
Fahrtkosten fuer eine dritte Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
09.01.2009
12 Unterkunft fuer ein drittes Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
11.01.2009
12 Unterkunft fuer eine dritte Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
20.01.2009
24 Vollverpflegung fuer ein 3. Kind u. 3. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
20.01.2009
2 Gesamtkosten fuer ein 4. Kind und eine 4. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
20.01.2009
24 Unterkunft fuer 5. Kind und 5. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
20.01.2009
12 Vollverpflegung fuer ein fuenftes Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
26.01.2009
12 Vollverpflegung fuer eine 5. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
15.02.2009
Fahrtkosten fuer ein 5. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
27.02.2009
Fahrtkosten fuer eine 5. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
06.03.2009
Gesamtkosten fuer 6., 7. u. 8. Kind u Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
06.03.2009
12 Unterkunft fuer ein 9. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
06.03.2009
12 Vollverpflegung fuer ein 9. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
01.04.2009
Ausgleich fuer Zuschusskuerzung
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
07.04.2009
12 Unterkunft und Verpflegung fuer 9. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
11.05.2009
Fahrtkosten fuer ein 9. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
11.05.2009
Fahrtkosten fuer 9. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
11.05.2009
Gesamtkosten fuer 10. Kind und 10. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
12.05.2009
10 Fotoworkshop mit den Kindern
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
12.05.2009
20 Therap.-paedagogisches Material
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
14.05.2009
Unternehmungen und sonstiger Bedarf
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
16.05.2009
12 Unterkunft fuer ein Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
05.11.2009
12 Unterkunft fuer eine Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
12 Verpflegung fuer ein Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
12 Verpflegung fuer eine Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
Fahrtkosten fuer ein Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
Fahrtkosten fuer eine Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
12 Unterkunft fuer ein 2. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
12 Unterkunft fuer eine 2. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
12 Verpflegung fuer ein 2. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
12 Verpflegung fuer eine 2. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
Fahrtkosten fuer ein 2. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
Fahrtkosten fuer eine 2. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
21.11.2009
12 Unterkunft fuer eine 3. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.11.2009
12 Unterkunft fuer ein 3. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.11.2009
12 Verpflegung fuer eine 3. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.11.2009
12 Verpflegung fuer ein 3. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.11.2009
Fahrtkosten fuer eine 3. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.11.2009
Fahrtkosten fuer ein 3. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.11.2009
12 Unterk. u. Verpfl. f. 4.,5. u. 6. Mutter u. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
16.02.2010
24 Unterkunft f. 7. Kind u. 7. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
16.02.2010
24 Verpflegung fuer 7. Kind und 7. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
16.02.2010
Fahrtkosten fuer ein 4. Kind
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
24.03.2010
Fahrtkosten fuer eine 4. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
18.04.2010
12 Unterkunft f. 8.+9. Kind u. 8.+9. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
27.04.2010
12 Verpflegung fuer 8.+9. Kind und 8.+9. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
27.04.2010
12 Unterkunft f. 10. Kind u. 10. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
27.04.2010
24 Verpflegung fuer 10. Kind und 10. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
11.05.2010
4 Fahrtkosten fuer 5.+ 6.Kind u. 5.+6. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
11.05.2010
4 Fahrtkosten fuer 7.+ 8.Kind u. 7.+8. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
18.05.2010
2 Fahrtkosten fuer 9. Kind u. 9. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
18.05.2010
2 Fahrtkosten fuer 10. Kind u. 10. Mutter
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
20.05.2010
Photo-Workshop, Unternehmungen u.ae.
noch benötigt:
0 °P
Veröffentlicht am:
25.05.2010
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LESEN SIE üBER DEN PROJEKTVERLAUF
'Die Quellen meiner Kraft' - therap. Gruppenarbeit
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe LeserInnen,
hier bin ich wieder - zurueck aus dem Urlaub und auch wieder online - nachdem ich nach meiner Rueckkehr weder Telefon noch Internet hatte. Dieses Problem ist nun - wie ich hoffe dauerhaft - geloest.
Heute kommt also nun der 4. Teil unseres Berichts ueber den therapeutischen Erholungsaufenthalt in diesem Sommer. In den ersten drei Blogs haben wir ueber die Besonderheiten der Gruppe, ueber die Situation in Gorazde waehrend des Krieges, sowie ueber die Konzeption der Erholungsaufenthalte und unsere Arbeitsweise geschrieben. Heute geht es nun weiter mit dem Bericht ueber die therapeutische Gruppenarbeit mit den Frauen (1. Teil).
Wir freuen uns ueber Ihr Interesse!
Mit herzlichen Gruessen
Gabriele Mueller
-------------------------------------------------------------------------------
Gruppenarbeit mit den Frauen
Wie stets orientierten wir die therapeutische Gruppenarbeit an der psychodramatischen Strukturierung des therapeutischen Prozesses sowie am traumatherapeutischen Phasen-Modell u.a. nach Reddemann (s.o. unter: Methoden und Techniken im letzten Blog). Da wir uns der schweren Traumata mehrerer Frauen bewusst waren, legten wir den Schwerpunkt der Arbeit ausschließlich auf die Aspekte: Erarbeitung von Sicherheit und Vertrauen in sich und andere (die Gruppe / uns Leiterinnen) und Stabilisierung (Arbeit an Ressourcen, Selbstachtung, Kommunikation, Beziehungen und Gefühlen) sowie Themen, die von den Teilnehmerinnen gewünscht wurden.
Am ersten Tag der Gruppenarbeit (22.06.10) stellten wir (Leiterinnen und Teilnehmerinnen) uns zunächst alle in einer Runde vor. Anschließend erarbeiteten wir (wie stets) gemeinsam die Regeln für die Gruppenarbeit. (Was brauche ich, damit ich mich in dieser Gruppe sicher und frei fühlen kann? Was möchte ich nicht, dass geschehen würde?) Jede schrieb ihre Gedanken zu diesen Fragen auf Zettel – ohne zu unterschreiben – damit sie so offen und ehrlich wie möglich sein konnte. Anschließend wurden die Zettel vorgelesen, gemeinsam diskutiert und schließlich Regeln formuliert, denen alle zustimmen konnten. Diese Übung erweist sich immer wieder als außerordentlich wichtig für die Entwicklung von Sicherheit und Vertrauen in der Gruppe.
Dann hatten die Teilnehmerinnen Gelegenheit, anhand von Symbolen ihre Wünsche und Erwartungen bzgl. des Erholungsaufenthalts zu formulieren. Die Frauen wünschten sich körperliche und seelische Erholung, Entlastung, ‚Lernen, wie ich besser mit Problemen umgehen kann’, ‚Dilemmata, bzw Probleme lösen’, ‚Rat bekommen’, ‚Austausch mit anderen’, ‚Etwas Nützliches lernen’, und eine schöne Zeit mit den Kindern.
Anschließend fuhren wir mit der Übung fort ‚Ein Problem, das mich beschäftigt’, in der die Teilnehmerinnen ein oder mehrere Probleme anonym auf kleine Zettel schrieben, die dann vorgelesen und von der Gruppe gemeinsam als Themen formuliert und aufs Flip-Chart geschrieben wurden. Durch Abstimmung wurde dann bestimmt, welche Themen für die Gruppenarbeit Priorität haben.
Als Themen wurden benannt: ‚Mangelhafte Wohnverhältnisse’, ‚Eheprobleme’, ‚Gewalt in der Familie’, ‚Alleinerziehend ohne Einkommen’, ‚Mit der Vergangenheit fertigwerden’, ‚Bewältigung von Problemen’, ‚Große ökonomische Probleme / Arbeitslosigkeit’, ‚Sprachprobleme / Stottern des Kindes’, ‚Ängste der Kinder / sie klammern sich an mich’, ‚Probleme mit den Kindern’.
Danach schlossen wir die Vormittags-Einheit mit einer ‚Blitzlichtrunde’ ab: jede hatte Gelegenheit zu sagen, wie sie sich fühlt. Alle Frauen fühlten sich wohl. Alle waren die gesamte Zeit konzentriert dabei und interessiert. Die abwechslungsreiche Methode, die sich an ihren Bedürfnissen orientierte, gefiel ihnen. Einige hatten befürchtet, dass ihnen vier Stunden Gruppenarbeit vielleicht zu anstrengend sein würden. Sie äußerten ihre Überraschung, wie rasch ihnen die Zeit vergangen und wie unterhaltsam die Arbeit für sie gewesen war.
Da es an diesem Tag in Strömen regnete, nahmen die Frauen gerne unser Angebot an, nach einer zweistündigen Mittagspause auch am Nachmittag weiter in der Gruppe zu arbeiten.
In der Nachmittags-Einheit begannen wir mit der Bearbeitung des Themas, das die meisten Stimmen bekommen hatte: ‚Wie kann ich meinem Kind helfen, wenn es Sprachprobleme hat bzw. stottert?’.
Jede der Frauen hatte die Möglichkeit, ihre Erfahrung mit den anderen zu teilen. Eine der Mütter hatte das gleiche Problem gemeinsam mit ihrem Sohn durch fachliche Hilfe bewältigen können. Auch andere teilten ihre Erfahrungen mit, die die betroffene Mutter als hilfreich erlebte.
Anschließend schlugen wir die Übung vor: ‚Drei gute Eigenschaften meines Kindes’. Jede Mutter sollte auf je einen Zettel für jedes Kind drei gute Eigenschaften / Fähigkeiten des jeweiligen Kindes schreiben, auf die sie stolz ist. Den Frauen fiel es nicht leicht, diese drei Eigenschaften zu benennen.
Die Übung machte die Frauen nachdenklich – es wurde ihnen bewußt, wie sehr sie das Augenmerk auf die ‚Fehler’ ihrer Kinder legten. (Etwas, was sie selbst als Kinder erlebt hatten.)
Daraufhin gab Therapeutin Nurka Babovic einige theoretische Erklärungen zu diesem Thema, über mögliche Ursachen für Sprach- oder andere Probleme der Kinder; insbesondere verwies sie auf die Wichtigkeit positiven Feedbacks bzw. Lobs für Kinder insgesamt – besonders aber für Kinder mit Problemen – anstatt immer nur die Schwierigkeiten zu sehen und zu kritisieren.
Nach einer kurzen Pause leiteten wir den ersten Teil der Übung „Die Quellen meiner Kraft“ an.(Wir wählten diese Übung, da wir beim vorigen Thema festgestellt hatten, dass die überkritische Einstellung der meisten Teilnehmerinnen gegenüber ihren Kindern ihre Wurzeln in dem geringen Selbstwertgefühl der Frauen selbst und der eigenen traditionellen patriarchalen Erziehung hatte.)
Jede Frau reflektierte in dieser Übung darüber, was sie als innere oder äußere Ressourcen / Kraftquellen erlebt, die ihr in schweren Momenten helfen oder ihr auch Glück und Zufriedenheit in ihrem Leben ermöglichen. Dabei konnte jede aus einer Vielzahl von Steinen und Muscheln oder Glasmurmeln sowohl für sich selbst als auch für jede dieser Ressourcen ein Symbol auswählen, um sie auf einem Blatt Papier als kleine ‚Skulptur ‚zu repräsentieren. Allen Frauen bedeutete diese Übung sehr viel. Sie hatten noch nie zuvor über diese Frage nachgedacht. Mit einer ‚Abschluss-Blitzlichtrunde schlossen wir die zweite Einheit des ersten Tages ab. Trotz achtstündiger Gruppenarbeit fühlten sich die Frauen nicht müde sondern „erfüllt und angeregt“, wie eine Teilnehmerin sagte, bzw. „nachdenklich, mit vielen neuen Eindrücken“ eine zweite.
Am zweiten Tag (23.06.10) fuhren wir nach dem „Blitzlicht“ und einer Erwärmungsübung mit Bewegung mit der Übung „Quellen meiner Kraft“ fort.
Die Teilnehmerinnen hatten nun die Möglichkeit, ihre kleinen Symbol-Szenen auf der großen Pychodrama-Bühne darzustellen. Anstatt der Symbole konnten sie andere Frauen aus der Gruppe als ‚Hilfs-Ichs’(Darstellerinnen) für ihre unterschiedlichen Ressourcen auswählen. Zuerst konnte sich keine der Teilnehmerinnen etwas so Ungewöhnliches vorstellen. Doch dann entschloss sich eine von ihnen, „es einfach auszuprobieren“ – Therapeutin Nurka B. versicherte, dass sie jede Protagonistin begleiten und mit Fragen unterstützen werde. Nachdem sich die erste Protagonistin nach der Darstellung ihrer Skulptur „wundervoll fühlte“ und auch von den Feedbacks der Frauen aus den Rollen ihrer Szene sehr berührt war, konnten sich weitere Frauen dazu entschließen, auch ihre ‚Kraftquellen’ auf der Bühne darzustellen. Die Frauen fühlten sich durch ihre Skulpturen und die Feedbacks aus den Rollen „bereichert und gestärkt“, „mit neuen Erkenntnissen“, oder „stolz und glücklich“... Dadurch wurden auch die Teilnehmerinnen ermutigt, die sich zuvor überhaupt nicht hatten vorstellen können, dass sie sich so exponieren würden. Schließlich stellten alle acht Frauen ihre ‚Kraftquellen’ auf die Bühne und erlebten die Macht der psychodramatischen Darstellung. Für viele war allein die Tatsache, dass sie sich das getraut hatten, ein großer Schritt. „Ich wundere mich selbst über meinen Mut!“ meinte eine und eine andere: „Ich kann es gar nicht glauben, dass ich das war; ich vermeide eigentlich immer, im Mittelpunkt zu stehen.“
Aufgrund des Regenwetters arbeiteten wir auch an diesem Tag nachmittags weitere vier Stunden. Dadurch hatten alle Teilnehmerinnen Gelegenheit, ihre Skulptur darzustellen und Feedbacks aus den Rollen sowie ‚Sharings’ von den anderen zu bekommen (Sharing – von engl. ‚Teilen’ bedeutet, dass die übrigen Gruppenmitglieder ihre Erfahrungen und Gefühle, die die Szene der Protagonistin in ihnen ausgelöst hat, mit der Protagonistin teilen.)
Am Ende des Tages fühlten sich die Frauen zwar müde aber auch berührt und glücklich. Die intensive Arbeit auf der Bühne hatte das gegenseitige Kennenlernen gefördert und die Frauen einander nahe gebracht.
Auch am dritten Tag (24.06.10) arbeiteten wir wegen des schlechten Wetters insgesamt 8 Stunden mit den Gruppen.
In der Vormittagseinheit sprachen wir nach dem Blitzlicht und einem Tanzspiel zur Erwärmung über das von den Frauen gewünschte Thema ‚Eheprobleme’, bei dem sich herausstellte, dass es um Gewalt in der Ehe / Familie ging. Zwei der Frauen redeten offen über ihre Erfahrungen. Die anderen wurden dadurch ermutigt, zumindest ein Stück weit über eigene Gewalterfahrungen zu sprechen.
Zwei der Frauen hatten es geschafft, sich von dem gewalttätigen Partner zu trennen, mehrere der Frauen lebten jedoch noch immer mit dem gewalttätigen Partner.<!--[if !supportFootnotes]-->[1]<!--[endif]--> Für die Frauen war es wichtig, zu spüren, dass sie mit diesem Problem nicht allein sind.
Wir schlossen an diese Selbsterfahrungseinheit dann eine Theorie-Einheit zum Thema ‚Gewalt in der Familie – Gewalt in Partnerbeziehungen / Gewalt gegen Kinder’ an. Dabei gingen wir besonders auf die Formen emotionaler / psychischer Gewalt ein, die in der Regel vernachlässigt und daher von den Opfern selbst oft nicht als Gewalt erkannt werden. Die Frauen hörten sehr interessiert zu und ergänzten die theoretischen Ausführungen mit eigenen Erfahrungen oder stellten Fragen. Die theoretischen Erläuterungen halfen ihnen, das Problem aus der Distanz zu sehen und ihre eigenen Reaktionen besser zu verstehen. Gleichzeitig erkannten sie eigenes gewalttätiges Verhalten gegenüber ihren Kindern – das sie bisher als ‚normal’ da allgemein üblich angesehen hatten.
Da wir festgestellt hatten, dass es den Frauen zum Teil schwer fiel, über ihre (unangenehmen) Gefühle zu sprechen, bzw. diese zu definieren, fuhren wir am Nachmittag mit der Übung ‚Landkarte der Gefühle’ fort. Mit Hilfe dieser Übung erkannten die Frauen den Zusammenhangs zwischen bestimmten Körpersensationen / -gefühlen und ihren Emotionen. Wir erarbeiteten die vier Grundgefühle ‚Angst’, ‚Ärger / Wut’, ‚Trauer’ und ‚Freude’: typische Situationen, die diese Emotionen auslösen; Körpersensationen / -reaktionen; unser Umgang mit diesen Gefühlen und inwieweit wir mit dieser Art des Umgangs zufrieden oder unzufrieden sind. Zuerst arbeitete jede für sich: markierte mit entsprechenden Farben die unterschiedlichen Emotionen in einem vorgegebenen Körperschema und reflektierte über eine Anzahl vorgegebene Fragen. Anschließend teilte jede im Kreis ihre Erkenntnisse mit.
Anschließend sprachen wir über das Thema: Welche Botschaften habe ich als Kind (oder Jugendliche) in meiner Familie und Umgebung bzgl. des Umgangs mit Gefühlen bekommen? Inwiefern waren diese Botschaften für mich als Mädchen anders als für Jungs in meiner Umgebung? Was haben diese Botschaften in mir bewirkt und inwiefern beeinflussen sie mich noch heute? Was würde ich diesbzüglich gerne ändern – auch im Hinblick auf mein/e Kind/er?
Wir schlossen dann eine theoretische Einheit über Emotionen und Körperwahrnehmungen an: über den Sinn unserer Gefühle, Prozesse, die dabei im Körper ablaufen und warum, sowie über mögliche Strategien im Umgang mit Emotionen. Wir streiften auch kurz die Themen „Transfer-Emotionen“ und starke Emotionen als Folge traumatischer Erlebnisse und vereinbarten mit den Teilnehmerinnen, diesem Thema (‚Psychologisches Trauma’) mehr Zeit an einem anderen Tag zu widmen.
In der Abschlussrunde dieses Tages äußerten die Frauen, wie wichtig beide Themen dieses Tages für sie gewesen seien. Besonders das Thema ‚Emotionen’ beschäftigte die Frauen offensichtlich noch weiter. „Ich habe noch nie über meine Emotionen wirklich nachgedacht“, fasste eine der Teilnehmerinnen ihre Erkenntnisse zusammen, „und ich habe meine Gefühle meist versucht zu unterdrücken – alle außer Freude...“. „Ja, genauso habe ich das auch gemacht – und meine Kinder habe ich bestraft, wenn sie wütend sind!“ Wir boten den Frauen an, bei Bedarf noch einmal weiter über dieses Thema zu reden.
Am vierten Tag (25.06.10) gaben wir – nach dem Blitzlicht und einer Bewegungsübung zur Erwärmung – eine kurze Einführung in das Thema ‚Psychologisches Trauma’ (Was ist ein traumatisches Ereignis? Wie reagieren wir darauf? Was bedeutet Trauma? Welches sind die typischen Symptome, bzw. Traumafolgen? Zusammenhang von Gewalterfahrung und Trauma. Und: was ist hilfreich zur Überwindung eines Traumas?). Die Frauen hörten aufmerksam zu. Es war zu spüren, dass sie sich in vielen Aspekten wiederfanden und mit ihren Gedanken immer wieder in die Vergangenheit glitten. Wir machten dann eine Pause – um ihnen eine erneute Distanzierung von traumatischen Erfahrungen zu ermöglichen – und gingen danach zum Thema ‚ Coping-Mechanismen und –Strategien in Stress-Situationen’ über. Wir erklärten in einer kurzen Theorie-Einheit das ‚Basic-PH’-Schema, in dem sich die Frauen mit einigen ihrer eigenen Strategien wiedererkannten.
Zum Abschluss des Tages und zur weiteren Förderung der Gruppenkohäsion leiteten wir dann die kreative soziometrische Übung ‚Ein Bild unserer Gruppe’ an, in der die Frauen gemeinsam ein Bild malten und sich selbst in Beziehung zu den anderen setzten. Daran hatten die Teilnehmerinnen viel Freude. Die Übung half ihnen außerdem, sich wieder im ‚Hier und Jetzt’ zu verankern. Das Abschluss-Blitzlicht dieses Tages zeigte, dass die Themen des Tages für die Frauen zwar anstrengend aber auch sehr wichtig gewesen waren, dass die theoretischen Erklärungen ihnen geholfen hatten, sich selbst – oder auch andere traumatisierte Familienangehörige – besser zu verstehen und dass sie sich über ihre Selbsthilfe-Strategien mehr bewusst geworden waren, bzw. Anregungen für Selbsthilfetechniken bekommen hatten.
[1] In Bosnien-Herzegowina ist es für die Opfer familiärer Gewalt sehr schwierig sich zu trennen, da es keine Sozialhilfe, keine Sozialwohnungen und nur in den größten Städten Frauenhäuser gibt. Da die Frauen meist kein oder nur ein geringfügiges eigenes Einkommen haben, sind sie häufig gezwungen, mit den Kindern beim misshandelnden Ehemann zu bleiben. Auch die Reaktion der eigenen Familie ist oft nicht unterstützend, da eine Scheidung von vielen noch immer als ‚Schande’ angesehen wird. Nach dem Krieg hat sich – auch durch die Kriegstraumata der Männer – das Problem Gewalt in der Familie noch massiv verstärkt.
PROJEKTVERANTWORTLICHE(R)
G. Mueller
DIE PUNKTE-SPENDER
-
7 anonyme(r) PAYBACK Spender -
41 anonyme(r) betterplace Spender
Dalija Ramic
Katja Leonhardt
Sima-Maria Strele








